GIPFELBLICKE AUF EUROPA
Letzte Aktualisierung: 28.12.2016
© Erich Arndt
Die höchsten natürlichen Erhebungen in den europäischen Ländern
ITALIEN
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Europa
Gran Paradiso
4.061 m
Geografie:
Der
Gran
Paradiso
ist
mit
einer
Höhe
von
4.061 m der
höchste
Berg
der
Grajischen
Alpen
und
gleichzeitig
der
höchste
Berg,
der
mit
seiner
Basis
vollständig
auf
italienischem
Boden
steht
(siehe
Fußnote).
Er
liegt
im
Nationalpark
Gran
Paradiso,
der
aus
einem
1856
zum
Schutz
des
Alpensteinbocks
geschaffenen königlichen Jagdreservat hervorgegangen ist.
Unsere Aufstiegsroute:
1
.
Vom
Parkplatz
in
Pont
(1.960
m)
Aufstieg
zur
Berghütte
Rifugio
Vittorio
Emanuele II (2.732 m).
2
.
Am
nächsten
Tag
Aufstieg
zum
Gipfel
über
zunächst
Geröll
und
Blockwerk,
später über Gletscherpassagen und Schneefelder.
Unsere Abstiegsroute:
Wie Aufstiegsroute.
Anstrengung:
Anspruchsvolle
Bergtour
(T3
–
T4).
Querung
von
Gletscherpassagen.
Im
oberen
Bereich felsiger Gipfelaufbau mit Kletterstellen.
Ausrüstung:
Komplette Hochgebirgsausrüstung.
Gefahren:
Alle Gefahren im Hochgebirge
Im Reisetagebuch geblättert
(Montag, 25.08.2014)
Stau am Gran Paradiso
Um
4:15
Uhr
rappele
ich
mich
langsam
in
die
Vertikale,
soweit
das
auf
dem
Dachboden
der
italienischen
Schutzhütte
Rifugio
Vittorio
Emanuele
II
möglich
ist.
Danny
zögert
das
Aufstehen
hinaus,
denn
er
ist
noch
müde.
Eine
„
Katzenwäsche
“
und
ein
Bergsteigerfrühstück
folgen,
dann
geht
es
um
5:30
Uhr
hinaus
in
die
Dunkelheit.
Im
Schein
der
Stirnlampen
stapfen
wir
als
Zweierseilschaft
über
Blockgestein
einem
Hang
entgegen.
Orientierung
durch
das
Gewirr
der
Blöcke
geben
Wegspuren
und
Steinmännchen.
Über
Geröll,
Schotter
und
Firn
geht
es
direkt
auf
einen
Ausläufer
des
Gran-
Paradiso-Gletschers
zu.
Nach
einer
Stunde
ist
der
Moment
des
Sonnenaufgangs
gekommen.
Das
Naturschauspiel
beginnt
und
ist
faszinierend.
Die
ersten
Sonnenstrahlen
legen
das
umliegende
Panorama der Alpengipfel in einen orange-roten Ton.
Am
Gletscherrand
werden
Steigeisen,
Klettergurt
und
Seil
angelegt.
Mit
dem
Eispickel
in
der
Hand
geht
es
nun
weiter
bergan.
Die
alpine
Gefahr,
in
eine
Gletscherspalte
zu
rauschen,
besteht
für
den
Hochtourengeher
auf
diesem
Terrain
ständig
–
also
Achtung!
Schließlich
soll
man
das
Glück
und
nicht
das
Schicksal
herausfordern.
Nach
der
Überwindung
des
steilen
Hangs
erreichen
Danny
und
ich
einen
Bergrücken,
der
sich
in
einer
mäßigen
Steigung
über
einen
Sattel
emporzieht.
Der
Gipfel
des
Gran
Paradiso
mit
seinen
Felstürmchen
und
der
Madonnenstatue
ist
zu
erkennen.
Nochmals
geht
es
steil
über
den
Bergschrund
dem
Gipfelgrat
entgegen.
In
leichter
Kletterei
kraxeln
wir
nun
teils
luftig
über
die
glatten,
nur
schwer
zu
greifenden
Blöcke
des
Grats.
Kurz
unterhalb
des
Gipfels,
auf
der
die
weiße
Madonna
steht,
wartet
mit
einer
kurzen,
aber
sehr
ausgesetzten
Querung
die
Schlüsselstelle
auf
uns.
Auf
dem
schmalen
Absatz
hat
man
einiges
an
Luft
und
gähnende
Leere
unter
den
Sohlen.
Wer
hier
den
Halt
verliert,
fällt
tief.
Zum
Sichern
und
Entschärfen
der
Stelle
sind
zwei
Bohrhaken
vorhanden.
Konzentration
ist
gefragt,
denn
am
Gran
Paradiso
gibt
es
Stau,
weitere
Bergsteiger
drängen
auf
dem
schmalen
Grat
zur
Madonna.
Nach
der
Querung
der
Schlüsselstelle
mit
eher
mittelmäßiger
Seilsicherung
folgt
ein
letzter
Felsabsatz.
Viereinhalb
Stunden
nach
Aufbruch
von
der
Schutzhütte
stehen
Danny
und
ich
nacheinander
bei
der
großen
Gipfelfigur
des
Gran
Paradiso
auf
4.061m.
Dannys
erster
Viertausender
und
mein
vorletzter
Gipfel
der
glorreichen
Sieben
der
Alpen
sind
geschafft.
Für
eine
Zigarettenpause
meines
Freundes
ist
keine
Zeit
gegeben,
denn
immer
mehr
Gipfelaspiranten
drängen
zur
Madonna.
Das
Wetter
schlägt
innerhalb
einer
Viertelstunde
um,
Wolken
ziehen
auf,
da
ist
ein
sofortiger
Abstieg
geboten.
Der
Rückweg
führt
über
den
spaltenreichen
Laveciau-Gletscher
und
eine
bröslige
Felswand.
Unsere
Bergfahrt
in
den
Grajischer
Alpen
endet
nach
achteinhalb
Stunden.
Nachdem
die
Sachsen
je
einen
Liter
Bier
gepichelt
haben,
entschließen
sie
sich
eine
weitere
Nacht
auf
der
Hütte
mit
dem
königlichen
Namen
zu
verbringen.
Vor
dem
Abendessen
geht
es
für
zwei
Stunden
in
die
Koje.
Diesmal
hält
mein
Gehirn
die
Klappe
und
schläft
einfach
ein.
Wie
am
Vortag
wird
ab
19:00
Uhr
ein
Drei-
Gänge-Menü serviert. Die Hühnerkeulen sind wieder dabei.
Alles ist relativ – auch Italiens Höchster.
Falls
die
umstrittene
Grenze
zwischen
Frankreich
und
Italien
genau
über
den
Mont
Blanc
(4.810
m)
verläuft,
bildet
dieser
den
höchsten
Gipfel
Italiens.
Andernfalls
ist
der
Mont
Blanc
de
Courmayeur
(4.748
m)
die
italienische
Nummer
1.
Erkennt
man
diesen,
da
er
kaum
ausgeprägt
ist,
nicht
als
eigenständig
an,
wäre
das
Nordend
(4.609
m)
im
Monte-Rosa-Stock
der
nächste
Kandidat.
Setzt
man
eine
Mindest-Schartentiefe
von
100 m
voraus,
wäre
die
Zumsteinspitze
(4.563
m)
höchster
Gipfel
Italiens.
Verlangt
man
eine
noch
deutlichere
Eigenständigkeit,
zum
Beispiel
300 m
Schartentiefe, rangiert der Liskamm (4.524 m) an vorderster Stelle –
bis hierher alles Grenzgipfel!
Wenn
nur
ganz
auf
italienischem
Boden
liegende
Gipfel
gewertet
werden,
ist
der
Picco
Luigi
Amedeo
(4.469
m)
der
höchste.
Erkennt
man
ihn
wegen
seiner
nur
54 m
Schartentiefe
nicht
an,
ist
es
die
Vincentpyramide
(4.215
m)
mit
128 m
Schartentiefe.
Gelten
nur
vollständig
italienische
Bergmassive,
führt
der
Gran
Paradiso
(4.061
m)
die
Liste
an.
Bei
so
viel
Ungewissheit
ist
nur
eines
für
mich
sicher:
Der
Gran
Paradiso
mit
seinem
Gipfel ist zweifellos der höchste italienische Punkt, der sich auf einem italienischen Bergmassiv befindet. Mamma mia!
1. Etappe
2. Etappe