© Erich Arndt
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         MOUNT SCENERY
   887 m
Letzte Aktualisierung: 17.02.2019
GIPFELBLICKE Europas ferne Gipfel
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Geografie: Der   Stratovulkan   Mount   Scenery    liegt   in   der   Karibik   und   überragt   den   Vaalserberg, den   höchsten   natürlichen   Punkt   der   Niederlande   auf   dem   europäischen   Festland, um        565 Meter.    Beim    letzten    Ausbruch    im    Jahr    1640    kam    es    zu    schweren Explosionen   und   pyroklastischen   Strömen.   Der   Mount   Scenery   ist   ein   ruhender Vulkan.   Unsere Anreise- und Aufstiegsroute: Nach   einem   Abenteuerflug “   mit   der   Winair-Maschine   DHC   6-300   Twin   Otter   von Sint   Maarten   zur   Insel   Saba,   beginnt   der Aufstieg   zum   Gipfel   über   den   Mt.   Scenery Trail vom Ort Windwardside aus. Unsere Abstiegs- und Abreiseroute: Der   Abstieg   erfolgt   ebenfalls   über   den   Mt.   Scenery   Trail   bis   nach   Windwardside. Von   dort   wandern   wir   ca.   5   km   nach   St.   Johns   und   durch   die   Inselhauptstadt   The Bottom   zum   Fährhafen   Fort   Bay.   Mit   der   High   Speed   Ferry   Edge   II   geht   es   zur Simpson Bay nach Sint Maarten zurück. Anstrengung: Bergwanderung   (T2),   Trittsicherheit   und   elementares   Orientierungsvermögen   ist erforderlich. Ausrüstung: Wanderausrüstung, Regenschutz und Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Gefahren: Plötzliche Wetteränderungen im Gipfelbereich. Bemerkungen: Der   Mount   Scenery   auf   der   karibischen   Insel   Saba   ist   die   höchste   Erhebung   des Königreichs   der   Niederlande.   Seit   der Auflösung   der   Niederländischen Antillen   am 10.   Oktober   2010   und   der   Eingliederung   von   Saba   als   eine   Besondere   Gemeinde in die Niederlande gilt der Mount Scenery auch als höchster Berg der Niederlande.
Blick auf Saba Auf dem "echten" Gipfel des Mount Scenery
Im Reisetagebuch geblättert (Freitag, 08.02.2019)                                                                                                               Eine europäische Bergtour in der Karibik
Am   heutigen   Tag   steht   ein   Ausflug   von   Sint   Maarten/Saint   Martin nach    Saba,    der    kleinen    Antilleninsel    mit    dem    höchsten    Berg    der Niederlande,    auf    unserem    Programm.    Europa    wird    in    der    Karibik besucht.   Die   außergewöhnliche   Bergtour   hat   ihren   besonderen   Reiz, denn   Flieger   und   Schnellboot   sind   mit   von   der   Partie.   Zuvor   fahren Brigitte   und   ich   mit   unserem   Mietauto,   einem   kleinen   Hyundai   i10, vom   Quartier   an   der   Simpson   Bay,   das   im   niederländischen   Teil   der französisch-niederländischen   Insel   liegt,   zum Airport   Princess   Juliana International .    Eine    Stunde    vor    dem   Abflug    beginnt    der    Check-in sowie    die    Pass-    und    Sicherheitskontrolle    und    wenig    später    das Boarding.   Von   den   19   Sitzplätzen   der   Winair-Maschine   DHC6-300 Twin    Otter    werden    12    belegt.    Pünktlich,    um    7:10    Uhr,    hebt    der Inselhüpfer “   landseitig   ab.   Eine   kleine   Panoramarunde   über   Saint Martin,   dem   französischen Teil   der   Insel,   wird   gedreht,   dann   schwenkt der   Flieger   nach   Süden.   Da   ich   in   der   Nähe   des   offenen   Cockpit   sitze, können die Geschehnisse dort bestens beobachtet werden. Eine   Viertelstunde   lang   genießen   wir   den   Flug   über   das   azurblaue Meer,   denn   dann   sind   schon   die   steilen   Hänge   und   schroffen   Felsen von   Saba   zu   kennen.   Im   Sturzflug   geht   es   hinab   auf   die   Insel.   Ich nehme   noch   schnell   ein   Bild   auf,   doch   dann   muss   ich   mich   festhalten. Die    Runway    auf    dem    Airport    Juancho    E.    Yrausquin     gilt    als    die gefährlichste   Start-   und   Landebahn   der   Welt,   denn   sie   ist   nur   knapp 400   m   lang. Alles   geht   gut.   Die   kleine   Propellermaschine   setzt   hart   auf und bremst sofort heftig ab.  Mein   GPS   zeigt   nach   dem   Ausstieg   eine   Höhe   von   18   m   ü.   NHN   an. Unser   geografisches   Ziel   des   Tages,   der   Gipfel   des   Mount   Scenery, liegt noch 869 m höher. Als   ich   zu   Hause   die   Insel   Saba   auf   der   Landkarte   suchte,   fand   ich lediglich   einen   winzigen   dunkelgrünen   Tupfen   in   der   Inselwelt   der Kleinen Antillen.   Nun   sind   wir   da   und   vor   uns   ragt   der   Berg   wie   eine Pyramide   aus   dem   Meer   empor.   Der   ziemlich   gleichmäßig   geformte Kegel   des   ruhenden   Vulkans   bildet   den   Hauptteil   der   Insel.   An   den Hängen   schmiegen   sich   die   Orte   Windwardside,   St.   John’s   und   die Inselmetropole   The   Bottom. Alles   ist   in   einem   üppigen   Grün   gebettet. Die    Bewohner    von    Saba    nennen    ihre    Insel    stolz    The    unspoiled Queen “.   Die   unberührte   Königin ”   verdient   diesen   Titel,   denn   die Fläche   von   gerade   einmal   vierzehn   Quadratkilometern   wird   von   den knapp   1.900   Insulanern   bewohnt   und   nicht   bevölkert.   Die   kleinste Insel   der   Niederländischen   Antillen   besitzt   keine   Traumstrände   und nur wenige Zugänge. Da   Brigitte   und   ich   am   Nachmittag   mit   einem   Boot   nach   Sint   Maarten zurückfahren   wollen,   ist   die   verbleibende   Zeit   bemessen.   Die   ersten 400    Höhenmeter    vom    Airport    bis    zum    Ausgangspunkt    unserer Gipfelbesteigung,   dem   Ort   Windwardside,   lassen   wir   uns   chauffieren. Dort     befindet     sich     ein     Touristenbüro,     in     dem     es     gratis     eine Wanderkarte   und   auch   ein   Zertifikat   nach   der   Gipfelbesteigung   gibt. Etwas    außerhalb    des    Ortes,    in    Richtung    The    Bottom,    liegt    der Startpunkt   des   Mount   Scenery   Trail.   Ein   verwittertes   Holzschild   weist den Weg zum Gipfel. Seine Inschrift lautet: Mt. SCENERY 2855 FT HIGH 1064 STEPS 90 minuts oneway Der    Aufstieg    durch    einen    Elfenwald,    einem    dichten    tropischen Regenwald,   hinauf   zum   höchsten   Punkt   der   Niederlande,   beginnt   um 8:20    Uhr.    Die    angezeigten    Steps    bedeuten:    Stufen,    Stufen    und nochmals   Stufen,   es   geht   über   469   Höhenmeter   steil   hinauf.   Meist   ist die   Spitze   des   Berges   mysteriös   in   eine   dünne   Wolkendecke   gehüllt. Doch   zu   früher   Stunde   haben   wir   Glück   -   nur   wenige   Wölkchen   sind zu   sehen. Auf   dem   Weg   nach   oben   mäandern   Brigitte   und   Erich   durch eine      ganze      Enzyklopädie:      Palmen,      wilde      Orchideen,      riesige Baumfarne,    Bananenstauden,    Mahagonibäume…    Als    Mensch    wird man   immer   unscheinbarer,   während   die   Natur   majestätische   Formen
annimmt.    Sabas    nationale    Blume    Black-eyed    Susan     ist    allerorts    zu erblicken.    Die    farbenfrohen    Vogelarten,    scheuen    Laubfrösche    und harmlosen   Schlangen,   die   es   hier   gibt,   haben   sich   versteckt,   stattdessen kommt   mir   eine   futterzahme   Ratte   und   ein   ausgewilderter   Hahn   vor die Fotolinse. Die   ersten   Höhenmeter   steigen   sich   recht   gut   über   die   Stufen.   Durch eine   Lücke   im   Regenwald   wird   die   Sicht   auf   die   roten   Dächer   von Windwardside   und   auf   die   dahinterliegenden   Hügel   Old   Boody   Hill (224   m)   und   The   Level   (514   m)   frei.   Weiter   oben   sind   die   zwei   alten Fernmeldetürme   zu   sehen,   die   ihre   Spitzen   in   den   Himmel   stecken. Nach   dem   kleinen   Gipfelblick   geht’s   weiter   auf   den   Stufen   empor.   In der   folgenden   Dreiviertelstunde   kommt   der   Kreislauf   in   Schwung.   Mit zunehmender   Höhe   wird   es   etwas   frischer   aber   nicht   kalt.   Kurz   vor unserem   geografischen   Ziel   teilt   sich   der   Pfad.   Links   geht   es   zum eigentlichen   Gipfel   und   nach   rechts   zu   einem   weiteren Aussichtspunkt. Uns   zieht   es   zuerst   zum   Gipfel.   Geschenkt   wird   einem   hier   nichts, denn   der   letzte   Abschnitt   führt   durch   matschiges   und   zugewachsenes Gelände,    in    dem    eine    Machete    das    geeignete    Werkzeug    wäre. Zuallerletzt   muss   auch   noch   ein   wenig   über   eine   felsige   Steilstufe gekraxelt werden. Ein schlappes Tau ist als Sicherung ausgelegt. Um   9:40   Uhr   haben   Brigitte   und   Erich   die   Betonsäule   auf   dem   kleinen Gipfelareal   erreicht   und   stehen,   fernab   von   Europa,   auf   dem   höchsten Punkt    der    Niederlande.    Obwohl    nicht    offiziell    gekennzeichnet,    ist dieser   Felsen   mit   der   Säule   der   echte “   Gipfel   der   Insel.   Der   Lohn aller   Mühen   ist   die   schöne   Aussicht.   Windwardside   und   die   Runway des   Airports   liegen   wie   im   Spielzeugland   weit   unter   uns.   Der   Blick schweift   über   das   Meer.   Im   Dunst   sind   die   Inseln   St.   Kitts,   St.   Bart,   St. Eustatius   und   St.   Martin   zu   erkennen.   Die   Spitze   des   887   Meter   hohen Berges   macht   seinem   Namen   Scenery    (Landschaft)   alle   Ehre. Trotz   der frischen    Luft,    die    auf    dem    Gipfel    weht,    bleiben    die    Pullover    im Rucksack.   Nach   15   Minuten   Fernblick   geht   es   hinab   und   zum   etwas tiefer    gelegenen    Aussichtspunkt    hinüber.    Dort    befindet    sich    eine Steinplatte mit den Aufschriften:                   SABA EN VAALS                                SABA                        DE TWEE                             MOUNT SCENERY               HOOGTE PUNTEN                   877 MTR. BOVEN A.P.                           VAN                                      VAALSERBERG                    NEDERLAND                       322,5 MTR. BOVEN A.P.                      (Vorderseite)                                      (Rückseite) Ich   steige   den   Felsen,   an   dem   sich   die   Steinplatte   befindet   hinauf   und stelle   fest,   dass   der   offizielle   Gipfel “   nicht   der   höchste   Punkt   der   Insel ist,   sondern   der   10   Meter   höher   stehende   Brocken   mit   der   Betonsäule. Nachdem   wir   unsere   geografischen   Ziele   erreicht   haben,   geht   es   auf gleichem    Trail    nach    Windwardside    hinunter.    Das    Certificate    of Achievement      wird     im     Touristenbüro     entgegengenommen,     dann wandern   Brigitte   und   ich   ca.   5   km   über   St.   John’s   nach The   Bottom.   In der   Inselhauptstadt   gibt   es   ein   Bierchen   zur   Belohnung.   Die   Blicke gehen   zu   den   Häusern   hinüber,   die   im   typischen   Cottagestil   gebaut sind.   Die   aus   Holz   oder   mit   Natursteinen   errichteten   Landhäuschen haben    weiße    Fassaden,    grüne    Fensterläden    und    rote    Schrägdächer. Besonders   fallen   die   Holzschnitzereien   an   Blendleisten,   Pergolen   und Zäunen   auf,   die   es   wohl   nur   hier   auf   Saba   gibt.   Neben   einigen   Häusern sind   Einfassungen   zu   entdecken,   in   denen   Regenwasser   aufgefangen wird. Gegen 14:00 Uhr ist der Hafen in Fort Bay erreicht. Durch    die    Voranmeldung    verläuft    das    Kontrollprozedere    auf    der Hochgeschwindigkeitsfähre   Edge   II    reibungslos   ab.   Um   15:30   Uhr brummen   die   Motoren   des   Katamarans.   Die   Überfahrt   zur   Simpson Bay   nach   Sint   Maarten   ist   ein   weiteres   Highlight   unserer   Reise.   Das Schnellboot    rast    mit    seinen    900PS     und    nahezu    50km/h    durch    die tintenblaue   karibische   See   und   braucht   nur   wenig   mehr   als   90   Minuten für   die   Überfahrt.   Was   im   wahrsten   Sinn   auf   der   Strecke   bleibt,   ist   die einzigartige   Unterwasserwelt,   die   sich   unter   uns   befindet,   denn   die zeigt sich nur den Tauchern.
 Mit diesem "Inselhüpfer" geht's nach Saba SABA voraus - der Flug dauert 20 Minuten Die Runway auf Saba gilt als die gefährlichste Start- und Landebahn der Welt! Am Touristenbüro in Windwardside Nach der Ankunft geht der Blick zurück zur Landebahn Hier beginnt der Mount Scenery Trail zum Gipfel Unserer Aufstiegsroute GPS Track Die ersten Stufen von 1064 Steps Urwaldfeeling An Hunger muß hier kein Bergwanderer leiden Sabas Nationalblume Black-eyed Susan ist allerorts zu erblicken Mit zunehmender Höhe wird die Vegetation immer üppiger Der Regenwald in seiner ganzen Schönheit Geschenkt wird einem hier nichts Einmal König auf dem "Thron der Niederlande" Die Fernmeldemasten stehen auf einem Nebengipfel Gipfelblick auf Windwardside Auf diesem Airport sind wir gelandet An einem Aussichtspunkt unterhalb des Gipfels befindet sich diese Steinplatte Die Rückseite des Steinblocks ist auch beschriftet jedoch ist die Höhenangabe 10m niedriger als der "echte" Gipfel mit der Betonsäule Die Autokennzeichen auf Saba sind kleine Kunstwerke Von Windwardside wandern wir zum Hafen in Fort Bay Von The Bottom geht's steil zum Hafen hinunter Blick auf die Inselhauptstadt The Bottom Die Hochgeschwindigkeitsfähre Edge II bringt uns nach Saint Martin zurück Slættaratindur Slættaratindur